Integrierte Jugendarbeit erleben

Die Integrierte Jugendarbeit (IJA) in Stuttgart bringt unterschiedliche Akteur*innen aus Sozialer Arbeit, Verwaltung, Kultur, Bildung und Zivilgesellschaft zusammen. Gemeinsam setzen sie sich dafür ein, die Innenstadt zu einem Ort zu machen, an dem junge Menschen willkommen sind, sich beteiligen können und Unterstützung finden. Auf dieser Seite erhalten Sie Einblicke in verschiedene Arbeitsbereiche, Projekte und Kooperationen der Integrierten Jugendarbeit. Über die Audioguides kommen Fachkräfte, Engagierte und Beteiligte selbst zu Wort. Sie berichten von ihren Erfahrungen, ihren Zielen und den Herausforderungen ihrer Arbeit. Erstellt wurden diese für die ersten Fachtage der Integrierten Jugendarbeit im Juni 2026. Die einzelnen Stationen zeigen unterschiedliche Perspektiven auf die Frage:

Wie kann eine Innenstadt entstehen, die den Bedürfnissen junger Menschen gerecht wird?

Die Beiträge können unabhängig voneinander angehört werden. Es gibt keine vorgegebene Reihenfolge. Wählen Sie die Themen aus, die Sie besonders interessieren, oder entdecken Sie die Vielfalt der Integrierten Jugendarbeit Schritt für Schritt.

Imagefilm der Integrierten Jugendarbeit – erstellt für die ersten Fachtage der Integrierten Jugendarbeit im Juni 2026 durch Stuggi.TV

Audioguides zur Integrierten Jugendarbeit

Die folgenden Stationen geben Einblicke in zentrale Arbeitsfelder der Integrierten Jugendarbeit. In den Audioguides berichten Fachkräfte und Projektbeteiligte aus ihrer Praxis und erläutern, wie Zusammenarbeit über Organisations- und Fachgrenzen hinweg gelingt. Klicken Sie auf eine Station, um mehr über das jeweilige Thema zu erfahren und den Audioguide anzuhören.


Das Bild zeigt das Logo der Integrierten Jugendarbeit: Ein Megafon und den Fernsehturm stuttgart.

Einführung: Was ist Integrierte Jugendarbeit?

Was verbirgt sich hinter dem Begriff „Integrierte Jugendarbeit“? Wie ist dieser Ansatz entstanden und warum ist er für die Entwicklung einer jugendgerechten Innenstadt so bedeutsam?

In diesem Fachgespräch sprechen Annika Schlaipfer (Jugendhilfeplanung) und Simon Fregin (Mobile Jugendarbeit) über Entstehung, Ziele und Arbeitsweise der Integrierten Jugendarbeit in Stuttgart. Sie zeigen auf, wie unterschiedliche Akteur*innen zusammenarbeiten und welche Haltung die gemeinsame Arbeit prägt.

Der Audioguide bietet einen fundierten Einstieg in das Selbstverständnis und die Praxis der Integrierten Jugendarbeit.

Wer die Audiodatei anhört, bekommt einen fundierten und persönlichen Einblick in die Entstehung, das Selbstverständnis und die Praxis der Integrierten Jugendarbeit.

Intro (Quelle: SWR Aktuell Beitrag vom 21.06.2020, https://www.youtube.com/watch?v=0Vj2mYwseyQ)

Das Bild zeigt das Logo der Arbeitsgemeinschaft Jugendbeteiligung. Es handelt sich um einen Stern und das Wort SPARK. Es soll zum Ausdruck bringen, dass durch Beteiligung die Stadt zum glitzern (englisch SPARK) gebracht wird.


Die AG Jugendbeteiligung (SPARK) ist ein zentrales Gremium der Integrierten Jugendarbeit. Hier wird daran gearbeitet, Jugendbeteiligung im öffentlichen Raum neu zu denken, weiterzuentwickeln und verbindlich zu organisieren.

Im Gespräch mit Vanessa Fritz (stjg), Niclas Dycke (Bürgerstiftung Stuttgart), Julius Zwissler, Simon Fregin (beide: MJA Innenstadt), Olena Luzanova (Support Group Network) und Tomma Profke (Team Tomorrow) geht es darum, wie vielfältige Jugenden erreicht und ernsthaft beteiligt werden können. Dabei wird deutlich, welche Voraussetzungen echte Beteiligung braucht, welche Herausforderungen damit verbunden sind und warum es wichtig ist, junge Menschen nicht nur mitzudenken, sondern ihre Perspektiven aktiv einzubeziehen.

Wer die Audiodatei anhört, bekommt einen Einblick in die Fragen, Ziele und Haltungen, die die Arbeit der AG Jugendbeteiligung prägen.

SPARK: Die Vorbereitungsgruppe der AG Jugendbeteiligung im Gespräch

Das Bild zeigt das Logo von Eck am See - es handelt sich um die Silhouette des Eckensees.


Die AG Beratung im öffentlichen Raum beschäftigt sich mit der Frage, wie Unterstützungs- und Beratungsangebote so gestaltet werden können, dass sie junge Menschen auch außerhalb klassischer Einrichtungen erreichen. Ein Beispiel dafür ist das Projekt ECK AM SEE, das neue Wege erprobt, um Beratung niedrigschwellig und zugänglich im öffentlichen Raum anzubieten.

Im Gespräch mit Simone Blümle (Sozialberatung Stuttgart e.V.) geht es darum, was es braucht, um Beratung an solche Orte zu bringen: Fachkräfte begeben sich auf ungewohntes Terrain, entwickeln eine gemeinsame Methodik und Haltung und schaffen Angebote, die jungen Menschen Sicherheit, Schutz und verlässliche Unterstützung bieten.

Wer die Audiodatei anhört, bekommt einen Einblick in die Chancen, Herausforderungen und fachlichen Überlegungen, die diese Form von Beratung im öffentlichen Raum prägen.

Eck am See: Fachgespräch mit Simone Blümle

Das Bild zeigt ein Schaubild, das beispielhaft für Daten stehen soll.


Die uAG Daten arbeitet daran, die Diskussion über die Innenstadt auf verlässliche und nachvollziehbare Grundlagen zu stützen. Dafür werden unterschiedliche Methoden der Datengenerierung und -aufbereitung diskutiert, weiterentwickelt und für die gemeinsame Arbeit nutzbar gemacht.

Im Gespräch zwischen Simon Fregin und Niclas Dycke von der Bürgerstiftung geht es um drei zentrale Vorhaben: ein Beobachtungstool für den öffentlichen Raum, das Entwicklungen sichtbar macht und eine fundierte Einordnung der Situation in der Innenstadt ermöglicht; ein gezielter Blick der beteiligten Fachkräfte auf die Bedarfe junger Menschen; sowie die Reflexion von Projekten und Aktionen, um Erfahrungen aufzubereiten, zugänglich zu machen und gemeinsames Lernen zu fördern.

Wer die Audiodatei anhört, bekommt einen Einblick in die Frage, wie Wissen in der Integrierten Jugendarbeit entsteht, warum gemeinsame Daten wichtig sind und wie sie dazu beitragen können, Entwicklungen besser zu verstehen und fachlich darauf zu reagieren.

uAG Daten

Das Bild zeigt den Bus der Mobilen Jugendarbeit Innenstadt, der häufig im Einsatz ist.


Im Gespräch mit Simon Fregin (MJA) geht es um die besondere Rolle, die die Mobile Jugendarbeit Innenstadt in der Integrierten Jugendarbeit übernimmt. Die Sozialarbeiter*innen sind mehrmals pro Woche in der Innenstadt unterwegs – auch zu ungewohnten Zeiten, etwa in den Wochenendnächten.

Sie dokumentieren ihre Beobachtungen, kommen mit jungen Menschen ins Gespräch und interessieren sich für deren Sicht auf die Stadt. So entstehen Zugänge, über die Unterstützung angeboten, auf Aktionen und Angebote hingewiesen und Bedarfe junger Menschen unmittelbar wahrgenommen werden können.

Ein besonderes Projekt ist die HALTESTELLE: ein Peerprojekt, das samstags von 21.30 bis 1.00 Uhr direkt auf dem Schlossplatz einen Rückzugsort im Nachtleben bietet. Gemeinsam mit jungen Ehrenamtlichen entsteht dort ein Ort für Begegnung, Ansprechbarkeit, Unterstützung und ein Beispiel dafür, wie Soziale Arbeit dorthin geht, wo junge Menschen tatsächlich sind.

Wer die Audiodatei anhört, bekommt einen Einblick in eine Arbeit, die nah an den Lebensrealitäten junger Menschen ist und gerade dort präsent ist, wo Unterstützung, Ansprache und Beziehung besonders wichtig sein können.

MJA Innenstadt/Europaviertel


Das Bild zeigt das Logo von Mein Schlossplatz: Der Schriftzug Mein Schlossplatz ist vor bunten Fahnen abgebildet.


Im Gespräch mit Moritz Kappler (mein Schlossplatz) wird deutlich, wie sich der kleine Schlossplatz verändern kann, wenn junge Menschen ihn mitgestalten und nutzen. Aus einem Ort, der in der Presse mitunter als „Albtraum“ beschrieben wurde, wird ein Ort der Begegnung, der Kultur und des Mitmachens.

Mein Schlossplatz steht dafür, öffentliche Räume neu zu sehen und sie jungen Menschen über einen längeren Zeitraum hinweg zur Aneignung zu öffnen. So entsteht ein Ort, an dem sie sich präsentieren, ausprobieren und ihren Platz in der Innenstadt sichtbar einnehmen können.

Wer die Audiodatei anhört, bekommt einen Einblick in die Frage, wie aus einem negativ beschriebenen Ort ein lebendiger Raum werden kann, der Teilhabe ermöglicht und neue Perspektiven auf die Innenstadt eröffnet.

Mein Schlossplatz


Im Gespräch mit Lea Geiger vom Mädchen*gesundheitsladen geht es um die besondere Arbeit mit Mädchen* und jungen Frauen* im öffentlichen Raum und das Projekt Mädchen*zelt. Sie gibt Einblicke in die Frage, wie Angebote gestaltet sein müssen, damit sie diese Zielgruppen tatsächlich erreichen und ihnen passende Zugänge eröffnen.

Dabei geht es auch um konkrete Tipps und Erfahrungen aus der Praxis: Was braucht es, damit Angebote als einladend, sicher und relevant wahrgenommen werden? Und wie können Fachkräfte Räume schaffen, in denen Mädchen* und junge Frauen* sich gesehen fühlen und selbstverständlich Platz einnehmen können?

Wer die Audiodatei anhört, bekommt einen Einblick in die Frage, wie das Recht von Mädchen* und jungen Frauen* auf den öffentlichen Raum praktisch umgesetzt werden kann – und warum gendergerechte Angebote dafür ein wichtiger Baustein sind.

Mädchen*zelt

Das Bild zeigt die Titelseite der Konzeption für eine sichere Innenstadt.


Im Gespräch mit Marc Reinelt aus der Kommunalen Kriminalprävention geht es um die Frage, wie Sicherheit in der Innenstadt gemeinsam und aus unterschiedlichen Perspektiven gestaltet werden kann. Die Sicherheitskonzeption und die Sicherheitspartnerschaft machen deutlich, dass Kontrolle und Ermöglichung keine Gegensätze sein müssen: Einerseits braucht es Regeln, Präsenz und abgestimmte Maßnahmen, andererseits soll öffentlicher Raum in seiner Vielfalt nutzbar und lebendig bleiben. 

Dabei wird sichtbar, dass Sicherheit hier ganzheitlich verstanden wird. Im Konzept wird betont, dass unterschiedliche Interessen und Nutzungsweisen des öffentlichen Raums berücksichtigt werden müssen, dass Sicherheit eine Grundlage für gutes Zusammenleben ist und dass zugleich auch eine attraktive und belebte Innenstadt selbst zu mehr Sicherheit beitragen kann. 

Wer die Audiodatei anhört, bekommt einen Einblick in die Frage, wie das Thema Sicherheit gemeinsam bearbeitet werden kann – damit die Innenstadt nicht nur sicher ist, sondern Menschen sich dort auch sicher fühlen. 

Kunst und Kultur

Das Bild zeigt die Königstraße. Dort ist ein Foodtruck eingezeichnet, der ein mobiles Massagestudio darstellt


Im Gespräch mit Rosalie Möller von KUBI-S, Netzwerk Kulturelle Bildung Stuttgart, geht es um die besondere Rolle von Kunst und Kultur für eine jugendgerechte Innenstadt. Das Kulturamt unterstützt die Integrierte Jugendarbeit seit Beginn und trägt dazu bei, neue Zugänge, Perspektiven und Formen der Beteiligung zu eröffnen.

Wichtig waren dabei bisher sowohl eigene Beteiligungsformate wie der Kulturpass als auch die Vermittlung und der Austausch zwischen Künstler*innen und Sozialarbeiter*innen. Auf diese Weise sind Projekte und Aktionen im öffentlichen Raum entstanden, in denen junge Menschen kreativ und frei beteiligt werden und Jugendgerechtigkeit groß denken dürfen.

Wer die Audiodatei anhört, bekommt einen Einblick in die Frage, wie Kunst und Kultur dazu beitragen können, öffentliche Räume neu zu öffnen und jungen Menschen Sichtbarkeit, Ausdruck und Mitgestaltung zu ermöglichen.

Kunst und Kultur

Das Bild zeigt eine Person die Skateboard beim sogenannten Öschi fährt.


Im Gespräch mit Uwe Jaeger von Gemeinschaftserlebnis Sport geht es um die Frage, wie Sport- und Bewegungsangebote in der Innenstadt umgesetzt und dauerhaft ermöglicht werden können. Dabei wird deutlich, dass solche Angebote im öffentlichen Raum mit besonderen Herausforderungen verbunden sind – und dass sie vor allem durch Kooperation gelingen.

Das Spektrum reicht von kleinen, niedrigschwelligen Angeboten wie einem Fußballkäfig bis hin zu größeren Projekten wie dem Öschi: einem ehemaligen Parkplatz, der heute eine zentrale Sport- und Bewegungsfläche in der Innenstadt bietet. So wird sichtbar, wie öffentlicher Raum neu genutzt und für junge Menschen aktiv gestaltet werden kann.

Wer die Audiodatei anhört, bekommt einen Einblick in die Frage, wie Bewegung in die Innenstadt kommt, welche Partner*innen dafür zusammenarbeiten müssen und warum Sport ein wichtiger Baustein einer jugendgerechten Stadt ist.

Sport und Bewegung

Das Bild zeigt das Logo des Projekts Nachtboje: Ein Anker auf einem leuchtenden Hintergrund.


Die Nachtboje ist aus einem Beteiligungsprojekt entstanden und geht auf eine Idee junger Menschen zurück. Sie macht Orte in Stuttgart sichtbar, die nachts Rückzug, Unterstützung und Ansprechbarkeit bieten, wenn sich Menschen unwohl oder unsicher fühlen. So zeigt das Projekt, wie aus Beteiligung ein konkretes Angebot im öffentlichen Raum werden kann. 

Im Gespräch mit Franziska Flaig (Abteilung für Chancengleichheit) geht es darum, wie die Zusammenarbeit von Verwaltung, Beratungseinrichtungen und Jugendarbeit dieses Projekt möglich gemacht hat und warum solche Kooperationen nachhaltig wirken können. Deutlich wird, wie aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven ein gemeinsames Vorhaben entsteht, das junge Menschen ernst nimmt und ihre Ideen in die Praxis übersetzt.

Wer die Audiodatei anhört, bekommt einen Einblick in die Frage, wie Beteiligung, Schutz und Kooperation zusammenwirken können – und wie aus einer Idee junger Menschen ein sichtbares und wirksames Projekt für die Stadt wird.

Nachtboje